Camin de Ronda – Wandern am spanischen Mittelmeer (Costa Brava)

Wenn ich die Fotos unseres Herbsturlaubs 2012 ansehe, schmelze ich dahin. Es war einfach nur super beim Wandern an der Costa Brava an der Ostküste Spaniens. Wir sind dort Teile des GR 92 und seiner Varianten – der Camins de Ronda – entlang der Küste gelaufen und waren restlos begeistert.

Die katalanische Mittelmeerküste ist ein Dorado für Küstenwanderer (Foto: Hikekarin.com)

Die katalanische Mittelmeerküste ist ein Dorado für Küstenwanderer (Foto: Hikekarin.com)

Dass man an der Küste der Costa Brava in Katalonien schön wandern kann habe ich echt nicht gewußt. Auf der Wandermesse Tour Natur in Düsseldorf hat mich dann aber der Kollege dort sehr gut beraten und gesagt, dass es einen Fernwanderweg entlang der Küste gibt- den Camin de Ronda–  255 km lang – von Blanes im Süden bis nach Collioure, was bereits in Frankreich liegt. Man folgt in der Regel dem GR 92, dem Mediterranaen Path, der über 500 km lang ist. Manche Etappen des GR 92 sind aber recht breit und verlaufen eher im Hinterland. Dazu gibt es zahlreiche Varianten  unmittelbar am Meer entlang (die sogenannten Camins de Ronda). Und auf die hatten wir es besonders abgesehen.

Cliffs und blaues Mittelmeer - die katalanische Küste (Foto: Hikekarin.com)

Cliffs und blaues Mittelmeer – die katalanische Küste (Foto: Hikekarin.com)

Schroff fallen die Felsen ins Meer (Foto: Hikekarin.com)

Schroff fallen die Felsen ins Meer (Foto: Hikekarin.com)

Die Camins de Ronda und der GR 92 sind in Deutschland eher unbekannt, aber warum eigentlich? Es sind doch jährlich Huntertausende an der Costa Brava in Urlaub und immer wieder findet man Hinweistafeln, kleine Markierungspfosten oder Wegweisern, die auch an den berühmten Stränden nicht zu übersehen sind. Aber wahrscheinlich ist es im Sommer einfach zu heiß zum Wandern. Wir hatten uns  den Herbst ausgesucht und hatten angenehme warme Temperaturen, tolles Wetter und noch badewarmes Meer. Das Frühjahr ist sicher auch sehr passend, wenngleich das Meer dann noch kühler ist.

Infotafel zum Fernwanderweg (Foto: Hikekarin.com)

Infotafel zum Fernwanderweg (Foto: Hikekarin.com)

Piktogramm für Wanderer an der Costa Brava (Foto: Hikekarin.com)

Piktogramm für Wanderer an der Costa Brava (Foto: Hikekarin.com)

Wegweiser des Küstenfernwanderwegs (Foto: Hikekarin.com)

Wegweiser des Küstenfernwanderwegs (Foto: Hikekarin.com)

Die Markierung unterwegs ist gut. Es wird ein rot/weißes Streifensymbol verwendet. Dies ist entweder an Bäumen oder Pfosten angebracht. An Kreuzungen werden Kreuze der Markierungsfarben in diejenigen Wege markiert, die sozusagen NICHT begangen werden dürfen, also ein „hier nicht weitergehen!“ bedeuten. Ist ein recht einleuchtendes und logisches System.

Das Markierungszeichen des Cami de Ronda (Foto: Hikekarin.com)

Das Markierungszeichen des Cami de Ronda (Foto: Hikekarin.com)

Markierungsstele am GF92/Camin de Ronda (Foto: Hikekarin.com)

Markierungsstele am GF92/Camin de Ronda (Foto: Hikekarin.com)

Zeichen für "Kein Durchgang!" (Foto: Hikekarin.com)

Zeichen für „Kein Durchgang!“ (Foto: Hikekarin.com)

Unser Basisquartier hatten wir in Tossa de Mar, ein hübscher und kleiner Küstenort im Bereich der nördlichen Costa Brava mit vielfältiger Gastronomie, einer hübschen Burg auf einem Kliff gelegen und einem schönen Sandstrand, der nach jeder Wanderung zu einer Auszeit und Badeeinheit einlud. Unterwegs begegnet man manch hübschem Ort und sehenswerten Gebäuden.

Blick vom Camin auf Tossa de Mar

Blick vom Camin auf Tossa de Mar (Foto: Hikekarin.com)

Strand-Burg-Felsen sind typisch für die Küstenorte (Foto: Hikekarin.com)

Strand-Burg-Felsen sind typisch für die Küstenorte (Foto: Hikekarin.com)

 

Der Strand an der Costa Brava- da geht das Herz auf

Der Strand an der Costa Brava- da geht das Herz auf (Foto: Hikekarin.com)

Ideal zum Pausieren im Schatten (Foto: Hikekarin.com)

Ideal zum Pausieren im Schatten (Foto: Hikekarin.com)

Von hier aus haben wir Tageswanderungen unternommen und zwischendurch gab es auch mal einen reinen Strandtag oder einen Ausflug nach Barcelona. Ich war mit meiner Familie unterwegs. Und diese hat insgesamt bewertet, dass dieser Weg das Prädikat „Familienfreundlich“ verdient hat.

Das gefällt auch Kindern - Costa Brava

Das gefällt auch Kindern – Costa Brava (Foto: Hikekarin.com)

Schmaler Panoramaweg - direkt am Meer (Foto: Hikekarin.com)

Schmaler Panoramaweg – direkt am Meer (Foto: Hikekarin.com)

 

Manche Pfadabschnitte führen in die Buchten hinab (Foto: Hikekarin.com)

Manche Pfadabschnitte führen in die Buchten hinab (Foto: Hikekarin.com)

Füße abkühlen und ein wenig Barfußlaufen (Foto: Hikekarin.com)

Füße abkühlen und ein wenig Barfußlaufen (Foto: Hikekarin.com)

Warum kinderfreundlich? Nun – jeder weiß, dass Kinder keine Langeweile mögen. Wege dürfen nicht zu lange breite Passagen haben und schnurgeradeaus führen. Wenn es dazu rechts und links noch Kletterstellen gibt, auf die man ausweichen kann, ein kleiner Wasserlauf oder eine Bucht vielleicht und wenn nach Steigungen tolle Aussichtspunkte folgen, dann ist der Weg aus Kinderaugen betrachtet schon ziehmlich perfekt. Die hier gezeigten Klettervarianten gehören nicht zur offiziellen Wanderroute, sonder liegen rechts und links am Weg und an der Küste.

Wo Bäume wachsen, können auch Kinder klettern (Foto: Hikekarin.com)

Wo Bäume wachsen, können auch Kinder klettern (Foto: Hikekarin.com)

 

Riesenspaß macht die Klettervariante direkt am Fels entlang (Foto: Hikekarin.com)

Riesenspaß macht die Klettervariante direkt am Fels entlang (Foto: Hikekarin.com)

 

Pfadfinder in der Brandungszone (Foto: Hikekarin.com)

Pfadfinder in der Brandungszone (Foto: Hikekarin.com)

 

Steine-Klettern ist absolut beliebt bei Kindern (Foto: Hikekarin.com)

Steine-Klettern ist absolut beliebt bei Kindern (Foto: Hikekarin.com)

Der Küstenweg ist oft ein Küstenpfad. Durch das Auf-Klippen-Steigen kommen auch einige Höhenmeter zusammen. Jedes mal ist der Blick in die Buchten anders, immer wieder entdeckt man etwas Neues und wird zum Fotostopp gezwungen. Die Costa Brava ist nicht überall eine Steilküste, aber vielerorts reichen die Berge bis ins Meer. Der Camin de Ronda nimmt jede Biegung mit, zeigt uns die schönsten Blicke auf die Steilküste.

Aussichtsreich - der Camin de Ronda südlich Tossa de Mar (Foto: Hikekarin.com)

Aussichtsreich – der Camin de Ronda südlich Tossa de Mar (Foto: Hikekarin.com)

 

Von Pinien gesäumter Pfad an der Steilküste (Foto: Hikekarin.com)

Von Pinien gesäumter Pfad an der Steilküste (Foto: Hikekarin.com)

Schattiger Ausssichtspunkt an der Steilküste (Foto: Hikekarin.com)

Schattiger Ausssichtspunkt an der Steilküste (Foto: Hikekarin.com)

Variantenreiche Absicherung am Wegesand (Foto: Hikekarin.com)

Variantenreiche Absicherung am Wegesand (Foto: Hikekarin.com)

Bewundernswert: Pinienwälder auf den Felsenklippen (Fotot: Hikekarin.com)

Bewundernswert: Pinienwälder auf den Felsenklippen (Fotot: Hikekarin.com)

Die urige Vegetation als Agaven, Euphorbien und Citrusfrüchten hat uns schon sehr gefallen. Auch Kakteen, Pinien und Drachenbäume gab es zu Hauf. Man kommt sowieso überall ins Staunen und die Kamera ist ein stetiger Begleiter. Gerade die Agaven haben es mir angetan, weil sie eine besondere Laune der Natur ist. 10-12 Meter hoch werden die Blütenstände. Manchmal dauert es Jahrzehnte, bis die Algave blüht und sie blüht nur einmal in ihrem Leben.

Ein vertrockneter Blütenstand der Agave (Foto: Hikekarin.com)

Ein vertrockneter Blütenstand der Agave (Foto: Hikekarin.com)

 

Typische mediterrane Vegetation an den Küstenhängen (Foto: Hikekarin.com)

Typische mediterrane Vegetation an den Küstenhängen (Foto: Hikekarin.com)

 

Wie Parkbäume wirken manche Pinien (Foto: Hikekarin.com)

Wie Parkbäume wirken manche Pinien (Foto: Hikekarin.com)

Bougainvillea - die hübsche Zierblüte des Strauchs /Foto: Hikekarin.com)

Bougainvillea – die hübsche Zierblüte des Strauchs /Foto: Hikekarin.com)

In der Nähe der Orte sind manche Wegabschnitte gut befestigt als Panorama-Spazier-Wanderweg gestaltet. Oft mit Geländer gesichert führen diese Abschnitte direkt oberhalb der Steilküste und oft von Bucht zu Bucht. Viele Schleifen und einige Höhenmeter sind garantiert. Das ist nichts für Menschen mit Knieproblemen.

Wäre da keine Mauer, würde ich da nicht stehen (Foto: Hikekarin.com)

Wäre da keine Mauer, würde ich da nicht stehen (Foto: Hikekarin.com)

 

Treppchen führen aus mancher Bucht hinaus ... (Foto: Hikekarin.com)

Treppchen führen aus mancher Bucht hinaus … (Foto: Hikekarin.com)

... und auch wieder hinunter! (Foto: Hikekarin.com)

… und auch wieder hinunter! (Foto: Hikekarin.com)

 

Befestigter Abschnitt des Camin de Ronda (Foto: Hikekarin.com)

Befestigter Abschnitt des Camin de Ronda (Foto: Hikekarin.com)

 

Flanieren auf dem Camin de Ronda bei San Agaro (Foto: Hikekarin.com)

Flanieren auf dem Camin de Ronda bei San Agaro (Foto: Hikekarin.com)

Blick auf den befestigten Panoramaweg (Foto: Hikekarin.com)

Blick auf den befestigten Panoramaweg (Foto: Hikekarin.com)

Wir waren in den küstennahen Bereichen des katalanischen Küstensystems zwischen Blanes und Pals unterwegs. Sehr empfehlenswert sind die Etappen „Lloret de Mar nach Tossa de Mar“, „Sant Feliu nach Platja D´Aro“ und „Palamos nach Callella de Palafgurell“. Aber sicherlich ist es auch super, den Weg als Fernwanderweg in einem Durchzulaufen. Dabei kann man den Weg gut in zwei einwöchige Urlaube teilen. Einige Veranstalter bieten das sogar mit Gepäcktransfer an.

Als Literatur kann ich das deutschsprachige Buch „Camins de Ronda – Wanderweg Costa Brava“ empfehlen. Es enthält Karten, Etappenbeschreibungen und tolle Fotos. Die offizielle Webseite von Katalonien in deutscher Sprache mit vielen Tipps für einen Outdoor-Urlaub findet ihr hier: www.catalunya.com/entdecken/aktiv-und-natururlaub

Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Die Reise habe ich individuell geplant und durchgeführt. Weder gab es Unterstützung vor Ort noch wurde die Reise gesponsort.

8 Gedanken zu “Camin de Ronda – Wandern am spanischen Mittelmeer (Costa Brava)

  1. Meine Güte sind das Bilder.
    Ich kann mir so gut vorstellen, wie sehr dein Herz an solchen Erinnerungen hängt.
    Wuuuunderschön !!!
    LG Elke

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  2. Wunderbarer Bericht und tolle Sehnsuchtsfotos! Ich war letzten Sommer völlig überrascht, tatsächlich überall diese tollen Infotafeln und Wegweiser vorzufinden. Noch vor ein paar Jahren gab es die nämlich nicht. Ich kenne den Abschnitt der Costa Brava ab Estartit bis Calella recht gut, aber dass es dort so tolle Wanderwege gibt, war mir neu. Sobald unsere Zwerge größer sind, möchte ich furchtbar gerne ein paar Abschnitte dort laufen, vielleicht wirklich als Tagestouren (auf die Idee wäre ich ohne deinen Bericht auch nie gekommen). Die Abwechslung und Klettereien sind übrigens nicht nur für Kids interessant, mich hat man damit auch ganz schnell begeistert 😉
    Danke für den tollen Bericht!

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  3. Die Xraxeleien sind abseits des Weges, man kann es auch etwas bequemer haben😊

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  4. […] Donegal und erwanderte die irische Atlantikküste und auch meine Tour auf dem Camin de Ronda an der Mittelmeerküste in Spanien hat mich […]

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  5. […] Donegal und erwanderte die irische Atlantikküste und auch meine Tour auf dem Camin de Ronda an der Mittelmeerküste in Spanien hat mich […]

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  6. Weiter nördlich zwischen Torroella de Montgrí und La Escala geht ein toller Weg durch das Naturschutzgebiet Montgrí. Sehr empfehlenswert!

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  7. […] World“ von Sherry Ott (Zum Blog) oder auf dem deutschsprachigen Blog von HikeKarin (Zum Blog). Diese machten zwar richtig Lust auf den Cami de Rona, waren mir aber irgendwie noch nicht […]

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