Erst die Mühe, dann der Lohn- mit Schneehschuhen zur Kleinarler Hütte, mit Rodel runter

Gott sei Dank ist es im Winter kalt. Denn dann gerät man nicht so sehr ins Schwitzen. Bergau, bergauf und nochmal bergauf geht es von Kleinarl (rund 1.000 m NN) zur Kleinarler Hütte auf rund 1750 m. Hier gibt es keine Pisten. Stattdessen ziemlich viel Ruhe und Spuren im Schnee.

 

Hier brauchte ich dann die Schneeschuhe... (Foto: hikekarin.com)

Hier brauchte ich dann die Schneeschuhe… (Foto: hikekarin.com)

Anstatt auf dem Winterwanderweg hinauf zu laufen, nutzte ich die Schneeschuhe, um querfeldein und über die Hänge in den Tiefschnee zu gelangen. Das ist natürlich nicht bequemer. Es ist ehrlich gesagt total anstrengend. Aber einfach klasse. So richtig schön anstrengend! Da brauchte ich schon mal ein Päuschen unterwegs.

Pause beim Aufstieg- in der Bank ist ein Log vom Salzburger Almenweg geschnitzt (Foto: hikekarin.com)

Pause beim Aufstieg- in der Bank ist ein Enzian geschnitzt- das Logo vom Salzburger Almenweg (Foto: hikekarin.com)

Auf dem Weg boten sich tolle Blicke auf das Kleinarltal und die gegenüber liegende Talabfahrt sowie die Mittelstation „Gallner“ (hier habe ich kürzlich einen Almdudler getrunken, als ich auf Schneeschuhtour war.)

Grandiose Aussicht auf den Ennskraxn (2.410 m) im Kleinarltal (Foto: Hikekarin.com)

Grandiose Aussicht auf den Ennskraxn (2.410 m) im Kleinarltal (Foto: Hikekarin.com)

Später stampfte ich durch Wald, erst dichter Nadelwald, dann, im Bereich der Baumgrenze, offener Wald mit Latschen und Büschen versetzt. Die Aussichten nahmen wieder zu. Weiter oben sah ich Tourenskifahrer hinauf gehen und regelmäßig kommen mir herunterfahrende Tourenskifahrer entgegen. Ich fragte mich bewundernd, wie sie es schafften, ohne Baumkontakt an ihr Ziel zu kommen.

Blick hinunter auf Tourenski- und Schneeschuhspuren (Foto: hikekarin.com)

Blick hinunter auf Tourenski- und Schneeschuhspuren (Foto: hikekarin.com)

Was machte ich, als ich bergauf so daher ging? Ich konzentrierte mich auf die Schritte! Schneeschuhwandern im steilen Hang ist nicht ohne. Man muss die Schuhteller richtig aufsetzen, den Körper richtig belasten, damit man nicht kippelt. Man verletzt sich zwar nicht unbedingt sehr, wenn man hinfällt, aber die Frage ist, wie man es schafft, wieder aufzustehen 😉 Je nach dem ist das ganz schön knifflig…. Mir ist das schonmal im Schwarzwald passiert. Damals war ich froh, dass mich der Bergführer hochgezogen hatte. Heute war ich allein unterwegs.

Und da stand sie nun:

Die Kleinarler Hütte - ein Hingucker (Foto:hikekarin.com)

Die Kleinarler Hütte – ein Hingucker (Foto:hikekarin.com)

Ich war völlig geschafft. Zumindest so, dass ich das Gefühl hatte, etwas geschafft zu haben. Und deshalb gab es erstmal eine zünftige Suppe (Salzausgleich) und einen großen Apfelschorle (Flüssigkeitsausgleich). Die Luftschlangen waren von Sylvester noch auf den Tischen, würden aber jetzt auch gut zur Faschingszeit passen 🙂

Die verdiente Einkehr (Foto: Hikekarin.com)

Die verdiente Einkehr (Foto: Hikekarin.com)

Die Kleinarler Hütte mag ich. Sie ist so heimelig. Jeder, der rein kommt, hat eine Geschichte dabei. Man rückt zusammen in der engen Hütte, lernt sich kennen, tauscht Berichte aus. Und nach der Einkehr geht jeder wieder seiner Wege. Kein Skizirkus. Keine Seilbahngäste. Nur zu Fuß kommt man hier hin. Auch dieses Mal fiel es mir wieder schwer, mich zu trennen.

Kuschelig ist es in der Kleinarler Hütte (Foto: hikekarin.com)

Kuschelig ist es in der Kleinarler Hütte (Foto: hikekarin.com)

Doch die Abfahrt über die knapp 7 km lange Naturrodelbahn ist einfach klasse! Die Rodelbahn war diesen Januar in einem tollen Zustand. Es hatte genug geschneit vorher und nichts war vereist. Gut, dass ich warm angezogen war. Die Umgebung hatte ca. minus 8 bis minus 12 Grad an diesen Tagen.

Gamaschen- der Geheimtipp beim Rodeln! Man kriegt den ganzen Schnee nicht in die Hosen (Foto: Hikekarin.com)

Gamaschen- der Geheimtipp beim Rodeln! Man kriegt den ganzen Schnee nicht in die Hosen (Foto: Hikekarin.com)

Ca. 40 Minuten dauerte es mit dem Schlitten, den ich mir für 2 Euro von der Hütte ausgeliehen hatte, um nach Kleinarl zurück zu fahren. Ja – ich weiß, manche schaffen es auch schneller! Aber es war mir zu schade, herunter zu rasen. Ich hielt ab und zu an, um Fotos zu machen und meine Bauchmuskeln zu lockern. Noch eine Belohnung für die Mühen!

Aussichte genießen beim Rodeln muss sein! (Foto: hikekarin.com)

Aussicht genießen beim Rodeln muss sein! (Foto: hikekarin.com)

Fazit:

Erst die Arbeit dann das Spiel- erst die Mühe dann der Lohn! 2,5 anstrengende Stunden bin ich mit den Schneeschuhen von Kleinarl bergauf gestapft. Und dann, wenn man sich die knapp 700 Höhenmeter rund 6 km im Tiefschnee auf Schneeschuhen erarbeitet hat, hat man sich die Käsknödelsuppe, den Apfelschorle oder den Jägertee so richtig verdient!

Tipp:

Für weniger sportlich ambitionierte Menschen gibt es die Möglichkeit, sich nach einem Viertel der Strecke mit dem Motorschlitten vom Hüttenwirt abholen zu lassen und 500 Höhenmeter hinauf gefahren zu werden. Das habe ich auch schon mal mit der Familie gemacht. Aber die Suppe schmeckte damals lange nicht so gut!

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